• 2010
  • Oct
  • 29

Von traditionellen Heiler(innen), Hippies ohne Nasen und Pavianknochen als Medizin

Schonmal nen schottisch-südafrikanischen alt-Hippie ohne Nase gesehen der Gras wie Zigaretten raucht? Schonmal 40 traditionelle Heiler gesehen, die stundenlang komische Tänze tanzen und singen können wie der CJD Jugendkammer Chor? Schonmal gesehen dass sich zwei schwarze um ein Pavianbein streiten, um es an das eigene Bein zu reiben?

Hippie

Der unglaubliche Künstler und nasenlose Hippie Pieter lebte mit dem verstreuten Künstler Eben in einem Haus inmitten Holzplantagen unweit von wo ich lebe. Die hohe Gewaltkriminalität (4 tote in der Gegend in den letzten 2 Wochen!) gab ihnen jedoch Grund genug, das Weite zu suchen. Ein schönes kleines Haus im kleinen Dorf Edenville im Freestate sollte ihr zukünftiges zu Hause werden. Das Problem: Ein vollbeladenes Auto, ein vollbeladener Pick-Up und ein vollbeladener Anhänger doch nur ein Fahrer. Die Lösung: Ich. Eigentlich geplant waren 1000 km an einem Tag, es wurden 800 km am ersten Tag und 350 km am zweiten. Um mir den totalen Kulturschock zu ersparen, setzte Eben mich nicht mit Hippie Pieter ins Auto, so durfte ich die kompletten 1150 km alleine mit dem Radio verbringen. Hat zwar nich alles geklappt wie es sollte, aber der Trip war auf jeden Fall die Erfahrung wert. Endlich habe ich mal einen schottisch-südafrikanischen, nasenlosen, langhaarigen, kettenrauchenden, verrückten aber unglaublich guten Künstler, Hippie und weißen Hexendoktor kennengelernt. Leider habe ich keine Fotos gemacht (vielleicht ist es auch besser, dass ich euch das erspare…)

Traditionelle Heiler

Eines der bisherigen Highlights hier war definitiv das Treffen traditioneller Heiler. 5 Stunden Singen, Tanzen, Trommeln, Essen und ein paar Reden. Ich und Isabel wurden wie Könige behandelt. Manchmal ist es doch von Vorteil weißer (deutscher) zu sein: wir hatten eine Fülle an leckerem Essen und sogar die Vorfahren wurden extra für uns gerufen.
Die Heiler planen ein Krankenhaus zu eröffnen, in dem nur traditionelle Heiler praktizieren, mit Pflanzen als Medizin und den Vorfahren als Assistenten. Ich darf mich so überglücklich schätzen, dieses Ereignis miterleben zu dürfen.Es war ein komplett neuer Eindruck, eine andere Welt, total herzliche Menschen, die auf den ersten Blick vielleicht etwas abschreckend wirkend. In ca. 2 Wochen gehts zu der Eröffnung des Heiler-Krankenhauses :) (Dann mehr dazu)
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Pavianbein

Im Rahmen von HEAL haben wir vor kurzem ein komplettes Pavianskelett aufgehoben und mitgenommen. Nachdem es ein paar Tage im Pick-Up lag, hat einer der Angestellten, Oupa Ngobe und ein andere, Anton, das Skelett entdeckt. Da die traditionelle Medizin besagt, dass es bei Gelenkschmerzen hilft, ein Pavianbein über dem Feuer zu erhitzen und es gegen das eigene Bein zu reiben, wollten natürlich sowohl Anton als auch Oupa beide Beine haben. Ein so schönes Pavianskelett bekommt man nicht jeden Tag. Oupa siegte, rieb sich das Pavianbein gegen sein Hüftgelenk und siehe da: 2 Tage später ging es ihm schon viel besser. (7 Tage später musste allerdings auf einer Krücke gehen -.-).
Der Placebo-Effekt schien für einige Tage geholfen zu haben. “Besser als nichts”, denke ich!

Außer diesen 3 außergewöhnlichen Erlebnissen geht es mir immernoch sehr gut hier. Die “normale” Arbeit ist zwar nich die spannendste, aber dafür erlebe ich unglaublich viel. Vor 2 Tagen hatte ich mein zweites Interview für das nationale südafrikanische Radio, wir hatten das jährliche GeaSphere General Meeting und der Sommer macht im Moment leider etwas Pause :(.

Entschuldigt mein schlechtes Deutsch und meine fehlende Motivation, einen langen ausführlichen Bericht zu schreiben (auf Bestellung erhältlich).

Hamba Gahle

  • 2010
  • Oct
  • 12

Pics Kruger Park

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  • 2010
  • Oct
  • 6

Es ist schön, zu Hause zu sein…

Ja, auch von mir gibt es mal wieder was zu hören :)

Innerhalb der letzten drei Wochen bin ich so richtig in Südafrika angekommen. Kennt ihr das Gefühl wenn ihr morgens aufwacht und alles fühlt sich so normal und gewohnt an? Genau so fühle ich mich jetzt morgens! Es ist einfach toll, auch wenn ich manchmal leider vergesse, dass ich in Südafrika bin (wow, ich bin wirklich hier).
Ich lerne unglaublich viel, auch wenn meine Arbeit noch sehr relaxed ist. Es braucht wohl einfach ein bisschen Zeit, bis ich ein Thema gefunden habe, an dem ich weiter und intensiver arbeiten möchte und ich wirklich viel zu tun habe.
Zurzeit konzentriert sich unsere Arbeit hier auf ‚Öffentlichkeitsarbeit‘: Das Erstellen und Verteilen von Flyern gehört genauso dazu wie das Erstellen und Updaten von der Facebook-Page (www.facebook.com/GeaSphere - „LIKEN“!!!)
Vielleicht fragt ihr euch jetzt „Wo liegt der Sinn in dieser Arbeit?“. Ganz einfach: Umso mehr Leute aufmerksam werden auf das Problem der industriellen Holzplantagen, desto größer der Widerstand, desto größer der Druck auf die Industrie, desto weniger neue Plantagen, desto mehr natürlicher Lebensraum und desto mehr Wasser für die Menschen. Easy like that!

Gleich geht’s auf ein Meeting mit der Industrie (oder auch dem Feind), morgen geht’s mit December Ndlovu auf einen kurzen Trip aufs Land um die Menschen zu interviewen und zu erfahren, wie sich industrielle Holzplantagen auf ihr Leben ausgewirkt haben. So solls sein!

However, im Rahmen von HEAL (patrolling the bush looking for illegally set snares) habe ich schon 5 Schlingen selber gefunden (ich mutiere zum Buschexperten :O)! Es fühlt sich gut an, diese „Tötungsapparaturen“ zu entfernen und damit das Leben von Tieren direkt zu schützen.

Fazit meiner 6 Wochen Arbeit bislang: Findungsphase im schönsten Büro der Welt!

Das Leben neben der Arbeit ist und bleibt spannend, aufregend, super, aktiv, gesund und wild.
Wer hätte gedacht, dass man auch ohne dauerhafte Party so viel Spaß haben kann?! Ronja und Marcus, 2 Freiwillige aus Johannesburg, sind am Freitag gekommen um ein wenig die Freiheit und Wildness des Bushes hier zu genießen ;) Sowohl der Besuch des privaten Wasserfalls am Freitag, als auch der Trip in den Kruger Park waren einfach klasse. >4 Elefanten, >100 Antilopen, >4 Giraffen, 3 Rhinos, >6 Hippos, 4 Löwinnen, >10 Affen und viele mehr haben wir gesehen. Und dieses Feeling, in kompletter Wildnis zu sein, ist einfach amazing! Fotos sind schon auf Facebook, werde die besten aber auch noch hier hochladen.

Fazit meiner 6 Wochen LEBEN in Nelspruit bislang: Meine Beine tragen mich weit - an schöne und einsame Orte, Afrikaans ist doch gar nicht so schwer und ich habe die vielen ersten Male.

Totsiens vir nou!

  • 2010
  • Sep
  • 12

Mankele Community

Hier die Fotos zu dem Mankele-Projekt (siehe Eintrag unten)

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Ein typisches Bild in der Mankele Community
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Der ehemalige Fußballplatz
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Die Menschen müssen zur Zeit mehrere Kilometer laufen um von den ehemaligen Goldminen verseuchtes Wasser aus dem Fluss zu holen.

  • 2010
  • Sep
  • 12

Ups, schon 3 Wochen rum?!

Heute vor 3 Wochen bin ich in Frankfurt in den Flieger Richtung Johannesburg via Abu Dhabi gestiegen. Krass, dass echt schon 3 Wochen hier vergangen sind.

Vergangene Woche ist wieder viel passiert. Unsere Arbeit mit HEAL (Houtbosloop Environmental Action Link) hat schon jetzt das Leben vieler Wildtiere gerettet. Am Mittwoch sind haben wir auf einer Farm ganze 21 Schlingen und einen Käfig innerhalb einer Stunde gefunden, die dazu aufgestellt worden sind, um wilde Tiere zu fangen. Die Arbeit macht Spaß, auch wenn man sich meist ziemlich viele Kratzer einfängt (tief in dem Busch, viele Dornbüsche - und Bäume). Gut dass es noch zu kalt für die Schlangen, besonders die Black Mambas ist. Im Sommer gibts ziemlich viele von der gefährlichsten Schlange Afrikas hier (das Gift erreicht das Herz meist innerhalb einer Stunde und die Atmung setzt aus, kurze Zeit später auch alle anderen Organe).
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Zudem haben Isabel und ich diese Woche mit einem ganz besonderen Projekt angefangen. Die benachbarte Mankele-Community besteht seit ca. 8 Jahren auf einer ehemaligen Farm und das Dorf, bestehend aus ca. 200 Menschen, hat weder Zugang zu fließendem Wasser, noch zu Strom. Unser Ziel ist es, Fördergelder von deutschen Stiftungen zu bekommen, um eine Pumpe und einen Filter in dem nahe gelegenem Fluss zu installieren und der Community so den Zugang zu Wasser zu ermöglichen. Zudem wollen wir das ehemalige Fußbaldfeld wieder auf Trab bringen, damit die Jugend eine Freizeitbeschäftigung hat und wegkommt von Alkohol, Drogen und Kriminalität. Fotos von dem ehemaligen sports ground und der community folgen noch.

Hier noch ein paar sonstige Fotos:

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Die größte Papier-Fabrik Südafrikas, THE ENEMY!!!
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echte Wildpferde
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Noch ein Wildpferd
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ACHTUNG Krokodile!

Bis dann!